Top 5: Fünf Indizien, wie stark der Schwarzmarkt wirklich ist.
Der Schwarzmarkt wächst – zweistellig in nur einem Jahr
Marktvolumen
466 Mio. €
Marktvolumen
547 Mio. €
Die jüngst veröffentlichte Schwarzmarktstudie der GGL beziffert das Marktvolumen unerlaubter Online-Glücksspiele für das Jahr 2023 auf rund 466 Millionen Euro. Für das Jahr 2024 steigt dieser Schätzwert auf etwa 547 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von rund 17 Prozent innerhalb nur eines Jahres. Selbst wenn man methodische Unsicherheiten jeder Schätzung berücksichtigt, bleibt die Richtung eindeutig: Der illegale Markt schrumpft nicht – er wächst. Für eine Regulierung, zu deren zentralen Zielen die Zurückdrängung unerlaubter Angebote ist, ist das ein Warnsignal.
Die Zahl illegaler Wett-Webseiten hat sich in zwei Jahren verdoppelt
Auch die Zahl illegaler deutschsprachiger Sportwetten-Webseiten steigt deutlich. Nach Angaben der GGL wurden gezählt: 2022 rund 199, 2023 rund 281 und 2024 rund 382 Domains. Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Zahl damit nahezu verdoppelt. Besonders bemerkenswert ist das Kräfteverhältnis: Im Jahr 2024 kamen laut GGL auf eine legale Sportwetten-Webseite elf illegale Angebote. Oder sportlich formuliert: Der FC legaler Markt liegt gegen den VfB Schwarzmarkt deutlich zurück.
Schwache legale Marktwerte im Europavergleich
Ein weiterer Hinweis auf das Wachstum des Schwarzmarktes ergibt sich aus dem internationalen Vergleich. Laut einer Auswertung des Beratungsunternehmens H2 Gambling Capital liegt der Bruttospielertrag im legalen Online-Glücksspielmarkt in Deutschland bei nur 23 Euro pro Kopf und Jahr. Das ist ein Bruchteil im Vergleich zu europäischen Nachbarn.
Deutschland liegt damit weit abgeschlagen am unteren Ende. Spielen Schweden etwa sieben Mal lieber als Deutsche? Oder spricht dies nicht vielmehr dafür, dass ein relevanter Teil der Nachfrage in Deutschland im Schwarzmarkt landet?
Fazit
Kein einzelner Wert beantwortet die Schwarzmarktfrage vollständig. Doch in der Gesamtschau ergibt sich ein klares Bild:
- Steigende illegale Marktvolumina
- Mehr illegale Webseiten
- Hohe Schwarzmarktanteile in zentralen Segmenten
- Schwache legale Marktwerte im Europavergleich
- Rückläufige Steuereinnahmen
Der Schwarzmarkt ist damit kein Randphänomen, sondern eine zentrale Herausforderung der Glücksspielregulierung. Wer über Spielerschutz spricht, muss deshalb immer auch über Wettbewerbsfähigkeit, Attraktivität des legalen Angebots und wirksame Schwarzmarktbekämpfung sprechen. Denn nur im legalen Markt greifen die Schutzmechanismen des Staates.