Gastbeitrag: Regulierung gemeinsam mit dem Sport gestalten

Spitzensport basiert auf Fairplay. Die gemeinsame Gestaltung der Marktregulierung durch Politik und organisierten Sport schützt den sauberen Wettbewerb.

Daniel Sattler, Geschäftsführer der Volleyball Bundesliga GmbH (VBL)
Daniel Sattler, Geschäftsführer VBL

Integrität und Regulierung gehören zusammen. Professioneller Sport und ein regulierter Sportwettenmarkt stehen nicht im Widerspruch. Im Gegenteil: Beide verfolgen gemeinsame Interessen. Integrität, Transparenz, Spielerschutz und die Bekämpfung illegaler Angebote sind zentrale Voraussetzungen für glaubwürdigen Wettbewerb. Umso wichtiger ist es, die Regulierung des Sportwettmarktes künftig stärker gemeinsam mit dem organisierten Sport zu gestalten.

Zur Person

Daniel Sattler ist Geschäftsführer der Volleyball Bundesliga GmbH (VBL). Die VBL ist mit über 90 Mannschaften die größte bundesweite Ligaorganisation und die einzige professionelle Ligavereinigung in Deutschland, die gleichberechtigt alle Frauen- und Männerteams aus der 1. und 2. Bundesliga unter einem Dach vereint.

Die bestehenden Regelungen verfolgen mit dem Schutz von Spielerinnen und Spielern sowie der Eindämmung illegaler Angebote wichtige und richtige Ziele. Gleichzeitig beeinflussen regulatorische Entscheidungen den professionellen Sport unmittelbar, wirtschaftlich, strukturell und organisatorisch. Deshalb sollten Profiligen nicht ausschließlich als Objekt der Regulierung betrachtet werden, sondern als verantwortungsvolle Partner mit eigenen Integritätsstandards.

Ein legaler Markt stärkt den Sport

Für Profiligen bedeutet ein legaler Wettmarkt weit mehr als die Möglichkeit, auf Spiele zu wetten. Regulierte Anbieter schaffen wirtschaftliche Perspektiven, die für die Professionalisierung des Sports zunehmend relevant sind. Sponsoringpartnerschaften, Erlöse aus Medien- und Datenrechten oder zusätzliche internationale Sichtbarkeit tragen dazu bei, die Zukunftsfähigkeit von Ligen und Clubs nachhaltig zu stärken. Gerade für wachstumsorientierte Sportarten wie Volleyball sind solche Einnahmen wichtige Bausteine, um konkurrenzfähig zu bleiben und in Infrastruktur, Nachwuchsarbeit sowie professionelle Rahmenbedingungen investieren zu können.

Volleyball-Bundesliga: Spielszene
Spitzensport basiert auf Fairplay. Die gemeinsame Gestaltung der Marktregulierung durch Politik und organisierten Sport schützt den sauberen Wettbewerb.

Regulierung schützt auch die Integrität

Gleichzeitig leistet der regulierte Markt einen wichtigen Beitrag zum Integritätsschutz. Lizenzierte Anbieter analysieren Wettbewegungen und erkennen mögliche Auffälligkeiten frühzeitig. Manipulationsprävention funktioniert dort am besten, wo Transparenz und Regulierung existieren. Deshalb verstehen wir legale Wettanbieter nicht als Risiko, sondern als Teil eines funktionierenden Schutzsystems.

Kritisch wird es dort, wo regulierte Angebote immer weiter eingeschränkt werden, während illegale Anbieter profitieren. Jede zusätzliche Hürde im legalen Markt stärkt am Ende den Schwarzmarkt. Genau jene Strukturen also, die weder Spieler noch Verbraucher schützen und keinerlei Verantwortung gegenüber dem Sport übernehmen.

Sport als Partner der Regulierung

Regulierung braucht deshalb Augenmaß und Praxisnähe. Wer Integrität sichern will, muss die Perspektive derjenigen einbeziehen, die täglich Verantwortung für professionelle Wettbewerbe tragen. Dazu gehört aus unserer Sicht auch, professionelle Ligen stärker in regulatorische Prozesse einzubinden. Im Sportbeirat der GGL fehlen bislang Vertreter professioneller Wettbewerbe – also genau jene Stimmen, die die praktischen Auswirkungen regulatorischer Entscheidungen täglich erleben.

Eine moderne Sportwettenregulierung sollte daher nicht gegen den Sport, sondern gemeinsam mit ihm gedacht werden. Nur so lassen sich Integritätsschutz, Spielerschutz und eine nachhaltige legale Wertschöpfung dauerhaft miteinander verbinden.